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Der Karpaltunnel ist eine tunnelartige Röhre vom Unterarm zur Hand und ist von Bindegewebe fest umschlossen.

Zusammen mit neun Beugesehnen verläuft durch den Tunnel der Nervus medianus, der unter anderem die Bewegungen der Finger und des Daumens steuert und Empfindungen rückmeldet.

Das Karpaltunnelsyndrom (KTS) bezeichnet die Einengung und damit verbundene Schädigung des Nervus medianus im Bereich der Handwurzel, von dem Frauen häufiger betroffen sind als Männer. Zu Beginn treten nächtlich Schmerzen oder Missempfindungen („Einschlafen") auf, die von der Hand in den gesamten Arm aussstrahlen können – später auch zunehmend tagsüber.

Im fortgeschrittenen Stadium kann es zu einem Muskelschwund im Bereich des Daumenballens, Schwäche beim Greifen und zu einer Minderung des Tastgefühls kommen.

Ursachen sind eine bereits bestehende anatomische Enge und hinzukommend entweder eine Gewebeschwellung durch eine mechanische Überlastung, eine Entzündung oder eine Allgemeinerkrankung.

Im Gegensatz zu leichten Formen des Karpaltunnelsyndroms, die konservativ behandelt werden können, ist in schwereren Fällen ein chirurgischer Eingriff empfehlenswert. Es finden sowohl offene als auch endoskopische Operationstechniken Anwendung. Beide Verfahren haben sich bewährt und sind sicher und effizient.

Operation

1. Offene Operationstechnik

Die Schnittführung erfolgt in der Hohlhand, möglichst ohne Berührung und Störung der natürlichen Falten der Hohlhand. Es kann auch ein kurzer Schnitt distal der Handgelenksbeugefalte, eine „Mini-Inzesion" oder ein Doppelschnitt gesetzt werden.

Welche Schnittführung bei Ihnen angewendet werden kann, bespricht Ihr behandelnder Arzt mit Ihnen detailliert und entscheidet dies unter Berücksichtigung Ihrer individuellen Situation. Ihr behandelnder Arzt wird die Schnittführung immer so wählen, dass Narben klein und unauffällig bleiben.

Anschließend wird das Retinaculum flexorum – ein Band, das die Handwurzelknochen überspannt und den Karpaltunnel zur Hohlhand hin begrenzt – komplett durchtrennt. Die Enden des Bandes weichen auseinander, so dass der Karpaltunnel erweitert und der Nerv entlastet wird. Falls der Nerv durch das Karpaltunnelsyndrom noch nicht zu sehr geschädigt ist, erholt er sich nach der Druckentlastung.

2. Endoskopische Operationstechnik

Der Unterschied zur offenen Operationstechnik liegt darin, dass Ihr behandelnder Arzt endoskopisch, mit instrumenteller Hilfe Sicht auf das Operationsfeld hat.

Das Operationsergebnis ist vergleichbar mit dem der offenen Operationstechnik.

Risiken

Nach der Behandlung eines Karpaltunnelsyndroms können, wie bei allen Operationen, Blutergüsse und Schwellungen auftreten, die in der Regel nach einigen Tagen bis Wochen von selbst abheilen. Infektionen der Wundgebiete und Wundheilungsstörungen sind selten.

Die Narben sind anfänglich rot und sichtbar, verblassen jedoch meist im Verlauf der Monate zu dünnen, weißen Linien. Gelegentlich kann es zu Narbenbeschwerden kommen, die eine Behandlung notwendig machen. Über eine kurze Zeit ist die Kraft in der Hand gemindert, normalisiert sich aber wieder. Je nach Tätigkeitsfeld beträgt die Dauer der Arbeitsunfähigkeit wenige Tage bis Wochen.

Selbstverständlich wird Ihr behandelnder Arzt mögliche allgemeine und spezifische Komplikationen vor Ihrem persönlichen Hintergrund detailliert mit Ihnen besprechen. Die operative Behandlung des Karpaltunnelsyndroms wird häufig in der Handchirurgie durchgeführt und hat eine minimale Komplikationsrate. Die Operationstechniken sind sehr sicher, effizient und erzielen gute Ergebnisse.

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